Mehrere kognitive Realitäten

Eine zweite Sprache zu haben, bedeutet eine zweite Seele zu haben”.
(Karl der Große)

Es gibt ungefähr 7000 weltweit gesprochene Sprachen. All diese Sprachen funktionieren unterschiedlich. Sie haben verschiedene Klänge, Vokabeln und vor allem: eine eigene, individuelle Struktur. Dies wirft die Frage auf, ob die Sprache, die wir sprechen, möglicherweise auch unser Denken beeinflusst.

Rund um dieses Thema ist in den letzten Jahren eine hitzige Debatte entbrannt und viele Menschen haben ihre Beobachtungen und Meinungen dazu niedergeschrieben.

Bis vor kurzem war es jedoch unmöglich, wissenschaftlich zu beweisen, dass Sprache unser Denken tatsächlich beeinflusst. Wissenschaftler aus der ganzen Welt haben sich eingehend mit diesem Thema beschäftigt um zu einem Ergebnis zu gelangen.

Unter ihnen auch Lera Boroditsky, eine amerikanische Kognitionswissenschaftlerin, welche sich auf Sprache und Kognition spezialisiert hat. Sie berichtete über einen Aboriginie-Stamm, die Thaayore in Australien, die ausschließlich die vier Himmelsrichtungen verwenden (Norden, Süden, Osten, Westen), um die Welt um sie herum zu beschreiben. Dieser Volksstamm benutzt also nicht die Begriffe “links” oder “rechts” um sich zu bewegen und Richtungen anzugeben. Auch um ein Mitglied des Stammes zu begrüßen, sagen sie nicht etwa „Hallo“, sondern sie stellen die Frage “In welche Richtung gehen Sie?”. Obwohl im Allgemeinen die Meinung vorherrscht, dass Menschen anders als andere Lebewesen nicht mit biologischen Eigenschaften ausgestattet sind, die ihnen eine außerordentliche Form der Orientierung ermöglichen, haben die Thaayore durch ihre Sprache eine bemerkenswerte Art entwickelt sich in ihrer Umgebung zu bewegen und zu orientieren.

In einigen Sprachen gibt es keine Möglichkeit, mit Zahlen zu zählen. Dies erklärt, warum manche Volksgruppen Schwierigkeiten haben Mengen präzise anzugeben. Andere Kulturen hingegen verwenden Zahlen, um Mengen genau zu definieren. Die Wahrnehmung von Mengen unterscheidet sich also je nach unserer Sprache – und das ist noch nicht alles!

In der Tat haben wir sogar Sprachen, die eine andere Wahrnehmung von Farben ausdrücken. Das Beispiel, das Lera Boroditsky uns hier gibt, sind die englischen und russischen Begriffe für die Farbe Blau. In der Tat bezeichnet das Wort “blue” im Englischen alle Arten von Blau, egal ob hell oder dunkel. In Russland hingegen wird zwischen diesen beiden Farben mit den Worten “Goluboy” für hellblau und “Siniy” für dunkelblau unterscheiden. Warum ist das so bemerkenswert?

Studien haben gezeigt, dass russischsprechende Menschen (Muttersprache) bei einem Farbtest die Sprachgrenze zwischen hell-und dunkelblau schneller überwinden. Sie können die Farben schneller unterscheiden. Es wurde beobachtet, dass sich auf der zerebralen Ebene bei diesen Probanden eine gewisse Überraschung feststellen lässt, wenn sich die Farben vom hellsten zum dunkelsten Blau ändern. Sie nehmen eine Änderung der Farbkategorie wahr, während englische Probanden keinen Unterschied bemerkten.

Kommunikation bei internationalen Geschäftsbeziehungen

Die Tatsache, dass Sprachen unsere Realität definieren oder zumindest beeinflussen, führt dazu, dass auch die Auswirkungen hinterfragt werden müssen, die sich daraus für die interkulturelle Kommunikation ergeben.

Jeden Tag kommunizieren wir mit anderen, ob nun in unserer eigenen Muttersprache oder einer Fremdsprache. Dieser zwischenmenschliche Austausch kann – je nach Sprache – eine sehr unterschiedliche Form haben. Es ist interessant hier einen Blick auf die Geschäftswelt zu werfen und zu untersuchen, auf welche Art und Weise ein solcher Austausch zwischen zwei verschieden sprachigen Unternehmen stattfindet? Wörter geben unseren Gedanken einen Sinn, aber was ist mit der Interpretation durch unser Gegenüber?

In einer Zeit der zunehmenden Globalisierung ist eine professionelle Kommunikation und Übersetzung für international expandierende Unternehmen eine echte Herausforderung. Bei Handelsverhandlungen ist es unerlässlich, dass Sie ihre Handelspartner vorher genau analysieren und ihre Traditionen kennen. Sind Sie bereit, mit einem italienischen oder japanischen Kontakt zu sprechen? Sicherlich verfügen viele Menschen heutzutage über gute Englischkenntnisse, nichtsdestotrotz erreichen sie sicherlich mehr potentielle Partner oder Kunden, wenn Sie in der Landessprache kommunizieren können und auch ihr Marketing in der entsprechenden Sprache gestalten.

Interkulturelle Verhandlungen sind das Rückgrat von internationalen Geschäftsbeziehungen. Hierbei müssen häufig verschiedene Auffassungen davon, wie eine geschäftliche Verhandlung abzulaufen hat, kombiniert werden. Für die erfolgreiche Durchführung von interkulturellen Geschäftsverhandlungen ist es daher wichtig, die Charakteristika einer Kultur – wie spezielle Höflichkeitsformen, Sprache, Verhalten, Institutionen – zu kennen. Eine Übersetzung durch eine professionelle Übersetzungsagentur ermöglicht Ihnen hierbei nicht nur eine bessere Kommunikation, sondern auch eine Annäherung an die Zielkultur.

Übersetzen ist mittlerweile sowohl in professionellen als auch in nicht-professionellen Kreisen zur Notwendigkeit geworden. Um neue Märkte zu erschließen und Anpassungsschwierigkeiten zu verringern, müssen wir heutzutage nicht nur Verträge übersetzen, sondern auch alles andere was mit dem Produkt oder der Dienstleistung zusammenhängt (Kommunikation mit den Kunden, Marketing, Materialien etc.). Nur so ist es möglich die Standards und Erwartungen eines fremden Landes vollumfänglich zu erfüllen.

Persönliche Begegnungen

Wenn Sie einen Dialog mit einem potenziellen Partner, Mitarbeiter oder Kunden beginnen, müssen Sie zuerst die kulturellen Unterschiede erkennen und akzeptieren. Akzeptanz und Respekt gehen hierbei Hand in Hand. Nur auf dieser Basis können Sie eine Vertrauensbeziehung zu ihrem Gegenüber aufbauen.

Wie bereits erwähnt, spielt die jeweilige Kultur eine sehr wichtige Rolle bei der interkulturellen Kommunikation. Auch wenn Sie gut vorbereitet sind und alle Verhaltensregeln einer Kultur verwenden, ist die Persönlichkeit des Gesprächspartners ein wesentlicher Faktor, der nicht übersehen werden sollte. Dieser Faktor wird die Strategie bestimmen, die ergriffen werden muss, um den reibungslosen Ablauf des Gesprächs sicherzustellen und Missverständnisse vermeiden. Zu wissen, wie man die Persönlichkeit des Gegenübers schnell erfasst und einschätzt, kann der Schlüssel zu einer guten Geschäftsbeziehung sein.

Das smylingua-Redaktionsteam

Quellen:

  • https://www.ethnologue.com/world
  • Boroditsky, Lera, and Alice Gaby. « Remembrances of Times East Absolute Spatial Representations of Time in an Australian Aboriginal Community. » Psychological Science 21.11 (2010): 1635-1639.
  • Chevrier: Gérer & Comprendre, 1996

 

 

 

 

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