Die amerikanische Networking Audio-App Clubhouse erlebte dieses Wochenende dank diverser Netzwerkeffekten seinen großen Erfolg bei deutschen Nutzern. Jedoch haben sich viele Nutzer anderer Social-Media Plattformen negativ über das Prinzip dieser neuen App geäußert.  Die App bietet live Podcasts an, bei denen es sich oftmals um eine Mischung aus Radiosendung und simpler Twitter-Diskussion handelt. Viele Influencer wie Caro Dauer, Politiker wie Christian Linder oder Unternehmer wie Tarek Müller von About You, sind bereits Teil des neuen Clubs und diskutieren fleißig um die Wette. Was steckt also hinter dieser neuen App? Sind die Kritiken gerechtfertigt und wird der Clubhouse Trend anhalten?

Um die App Clubhouse nutzen zu können, müssen Sie Glück haben. Um sich anmelden zu können muss ein Freund oder Kollege Ihnen eine Einladung schicken. Damit können Sie sich ein Profil erstellen. Sie müssen jedoch eine gültige Telefonnummer mit Ihrem Konto verbinden. Zudem sind Sie verpflichtetIhr Adressbuch mit der App zu teilen, denn sonst könne Sie niemand zur Nutzung dieser App einladen. Seien Sie hierbei vorsichtig: Wenn Sie die Kontaktdaten Ihrer Geschäftspartner im Adressbuch gespeichert haben, verletzen Sie mit dem Teilen dieser Daten den Datenschutz.

Nach der Anmeldung können Sie an unterschiedlichen Diskussionen teilnehmen oder diese schlichtweg nur anhören. Natürlich können Sie auch eigene Diskussionen moderieren und leiten. Sie können bei diesen Diskussionen die Rolle von Moderator, Sprecher oder Zuhörer annehmen.

Das Ziel der Clubhouse App, ist es einen intellektuellen Austausch zu ermöglichen und damit die verschiedensten Unternehmen voranzutreiben. Dies ist aktuell, in der Zeit von Corona, natürlich besonders attraktiv, da neben Clubbesuchen auch Podiumsdiskussionen oder Workshops nicht möglich sind. Während den unterschiedlichen Diskussionen können Unternehmer Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Business teilen und damit natürlich auch noch für ihr eigenes Unternehmen werben. Somit bietet Clubhouse die ideale Werbefläche für Start-ups und gibt diesen jungen Unternehmen die passende Plattform. Dies ist natürlich gerade in der Zeit, in welcher viele Menschen daheimbleiben, eine große Chance. Durch den aktuellen Zeitpunkt und der damit verbundenen Situation, ist der aktuelle Erfolg von Clubhouse natürlich kein Zufall.

Trotz seiner interessanten Austauschmöglichkeiten ist dieser Club doch eher exklusiv statt inklusiv. Zum einen ist die Clubhouse App nur für IOS Nutzer zugänglich und wie bereits erwähnt muss jeder Nutzer eingeladen werden. Zudem wird die App auch mit rassistischen Parolen und Diskussionen in Verbindung gebracht. Einige Diskussionen haben einen sehr zweifelhaften Charakter, wie beispielsweise eine Gruppe mit dem Titel: MLK was a fraud, was so viel bedeutet, wie Martin Luther King war ein Betrüger. Hierbei wird deutlich, dass Clubhouse eine strengere Kontrolle der Diskussionen benötigt, um gegen die Zurschaustellung von Rassismus innerhalb der App anzukämpfen. Aufgrund dieser Problematik haben sich auch viele Influencer und andere Personen des öffentlichen Lebens gegen die Nutzung dieser App entschieden. Folglich sollte die Selektion von Clubhouse nicht die potenziellen Nutzer betreffen, sondern vielmehr die Diskurse innerhalb der App.

Zudem bringt die vermeintliche Exklusivität der App auch negative Entwicklungen mit sich. Beispielsweise werden Einladungen auf Ebay verkauft oder sogar verlost. Der Radiosender kissfm.berlin startete am Wochenende eine Verlosung auf Twitter, bei der einer ihrer Zuhörer einen Einladungscode für Clubhouse gewinnen konnte.

Ein weiterer, durchaus negativer Aspekt von Clubhouse ist das Teilen Ihres Adressbuches mit der App. Wenn es sich um Geschäftskontakte in Ihrem Adressbuch handelt, verletzen Sie hierbei den Datenschutz und diese Kontakte werden natürlich zu Werbezwecken verwendet. Dies können Sie in der Datenschutzerklärung von Clubhouse nachlesen. Seien Sie hierbei also auf der Hut und fragen Sie sich mit welchem Ziel dieser Club die Kontakte einer gesamten Gesellschaftsgruppe sammelt.

Auch wenn Clubhouse in Deutschland schon bei einer begrenzten Gruppe sehr beliebt scheint, ist dieser Hype beispielsweise in Frankreich noch nicht angekommen. Die Macher von Clubhouse hoffen mit einer Etablierung des exklusiven Clubs in den nächsten Monaten. Der langfristige Erfolg dieser App ist jedoch aufgrund seiner Selektion sehr unwahrscheinlich, aber natürlich kann uns nur die Zukunft zeigen, ob dieses Anti-Social Media im Trend bleibt. Vielleicht wird Clubhouse doch bald inklusiver oder der Hype verschwindet so schnell, wie er aufgetaucht ist! 

 

 

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