Unterschiede in der Unternehmenskultur 

Fremde Kulturen wirken exotisch und üben eine fast magische Anziehungskraft auf uns aus. Aus diesem Grund boomte die Tourismusbranche in den letzten Jahrzehnten und verkörpert die Haupteinnahmequelle unzähliger Länder. Vielen Menschen reicht das Reisen alleine jedoch nicht mehr aus. Sie sehnen sich nach der Ferne und wünschen sich in dauerhaft im Ausland zu leben. Der häufigste Auslöser, warum Menschen sich dazu entscheiden auszuwandern, stellte 2019 tatsächlich die Arbeit dar. Die Hoffnung auf ein besseres Gehalt und mehr Spaß am Beruf, verleiten uns dazu die Segel zu setzen und uns auf zu neuen Ufern zu machen. In einem anderen Land zu arbeiten und zu leben kann aufregend sein. Gleichzeitig bedeuten internationale Veränderungen aber auch, dass man sich an eine andere Unternehmenskultur anpassen muss. In unserem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Unternehmenskultur in Frankreich, Deutschland und Großbritannien. 

Was versteht man unter Unternehmenskultur? 

Die Unternehmenskultur umfasst eine Reihe von Werten, Verhaltensweisen und Kenntnissen, die bestimmen, wie ein Unternehmen Entscheidungen trifft. Sie ist von Unternehmen zu Unternehmen und hauptsächlich von Land zu Land sehr unterschiedlich. Die Art des Führungsstils spielt auch eine entscheidende Rolle, da somit die Basis für den Umgang mit Kunden, Mitarbeitern und Kollegen gelegt wird.

Richard D. Lewis hat die verschiedenen Unternehmenskulturen identifiziert und in seinem Buch “When Cultures Collide” illustriert. Er legt ihre Auswirkungen auf die Arbeitsmethoden aller Beteiligten dar und erklärt, wie sie am besten miteinander in Einklang gebracht werden können. Tatsächlich sind interkulturelle Missverständnisse oftmals die Quelle von Spannungen. Diese können sich dann leider langfristig auf die Geschäftsbeziehungen auswirken. Eine internationale Umfrage hat gezeigt, dass für 50 % der Befragten kulturelle Unterschiede die Ursache von Konflikten sind. Dementsprechend ist es empfehlenswert, sich ausgiebig über die Besonderheiten und Eigenheiten zu informieren. Ein schlechter Eindruck ist schnell entstanden, doch nur schwer revidierbar. 

Zuweilen reicht es jedoch aus, diese kulturellen Unterschiede einfach zu verstehen. Daher zeigen wir Ihnen im Folgenden die verschiedenen Geschäftskulturen auf. Dabei ist es wichtig anzumerken, dass Stereotype vermieden werden sollten. Nicht jeder Deutscher trägt eine Lederhose und begeistert sich für Fußball und nicht jeder Franzose trägt ein Barret und klemmt sich ein Baguette unter den Arm. Gehen Sie mit Klischees vorsichtig um und glauben Sie nicht alles, was Sie im World Wide Web lesen. Ihre Informationen sollten aus vertrauensvollen Quellen stammen und Ihren Zwecken dienen. So kann es beispielsweise nützlich sein, sich über die Begrüßungsrituale oder Essgewohnheiten der Geschäftspartner zu informieren. Es sollte jedoch betont werden, dass es sich oftmals um starke Verallgemeinerungen handelt, die auch regional variieren können. Jeder Mensch – egal welcher Nation man angehört – hat unterschiedliche Verhaltensweisen und Ansichten, unabhängig vom Ort, wo er aufgewachsen ist und lebt. 

Unternehmenskultur in Frankreich 

Der French Touch 

Die französische Geschäftskultur mag sehr viele Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Nachbarn aufweisen. Trotzdem zeichnet sie sich durch ihre ganz besonderen Eigenheiten aus. In Frankreich strebt man nach Kreativität und Originalität, aber auch Anpassung nimmt einen großen Stellenwert ein. Jeder Tag stellt für die französischen Angerstellten einen neuen Wettbewerb dar, bei welchem sie versuchen, sich durch Innovation und Einfallsreichtum von der Masse abzuheben. Wer erfolgreich sein möchte, muss mit neuen Ideen überzeugen und seinen Einfallsreichtum unter Beweis stellen. Fakten, die finanzielle Umsetzung und Daten zur Untermauerung sind weniger gefragt. Stattdessen setzt man bei der Präsentation der Projekte lieber auf Leidenschaft und Überzeugungskraft.

In einem zunehmend elitären Umfeld ist der Arbeitnehmer ständig bestrebt, einen sozialen Status zu erlangen, beginnend in der Schule mit dem System der Vorbereitungsklassen und den Grandes Écoles. Für den französischen Arbeitnehmer ist sein Titel eine Anerkennung. Durch ihn wird der gesellschaftliche Status bestimmt und er hat somit auch Auswirkungen auf das persönliche und professionelle Umfeld.

Subtile Kommunikation 

In Frankreich ist die Verwendung der Höflichkeitsform sehr verbreitet. Diese Selbstverständlichkeit kann verwirrend sein, wenn man mit ihr nicht vertraut ist. Die Höflichkeit findet allerdings auch in anderen Bereichen Verwendung. So werden Botschaften häufig auf mehrdeutige Weise vermittelt, um nicht zu forsch und fordernd zu wirken.

Das hat Folgen für die interkulturelle Kommunikation: Die Informationen müssen aus dem Gesagten gefiltert werden, da die eindeutige klare Botschaft nicht immer direkt rauszuhören ist. Die deutsche Direktheit kommt dementsprechend oftmals nicht sehr gut an, da dieses Verhalten als unhöflich ausgelegt wird. 

Ein strenges, aber flexibles System 

Franzosen sind Meister darin, verschiedene Projekte gleichzeitig zu betreuen. Sie sind flexibel und haben oft keinen genauen Zeitplan. Dafür ist beim Arbeiten in Frankreich die Mittagspause heilig: Es ist das Highlight des Tages. Sie wird genutzt, um über den neusten Klatsch und Tratsch im Unternehmen zu diskutieren. Die Nase der Franzosen steckt sich außergewöhnlich gerne in die Angelegenheiten und in das Privatleben der Kollegen, aber auch politische Themen werden leidenschaftlich diskutiert. Die Pause fungiert also nicht nur – wie bei den Deutschen beispielsweise – als Nahrungsaufnahme, sondern vor allem als kollegialer Austausch. Dies spiegelt sich auch im Verhältnis mit den Klienten und Kunden wieder. Bevor in Frankreich Geschäfte betrieben werden, ist es wichtig, eine Beziehung zur Kundschaft aufzubauen. Französische Unternehmen investieren aus diesem Grund einen Großteil ihres Budgets, um eine familiäre Athmosphäre zu kreieren. 

Die Arbeitsaufteilung in französischen Unternehmen erfolgt strikt und nach einer vorgegebenen Struktur. Jeder verwaltet seine eigenen Projekte, und es gilt nicht als die feine Art, Projekte untereinander zu tauschen. Die hierarchische Struktur ist sehr wichtig: Die Entscheidungsfindung in französischen Unternehmen erfolgt vertikal, sie kommt vom Vorgesetzten und wird von den Beschäftigten angewandt. 

Geschäftskultur in Deutschland

Deutsche Strenge  

Bittet man einen Franzosen, Engländer, Amerikaner oder Chinesen die deutsche Unternehmenskultur zu beschreiben, werden stets Worte wie Zuverlässigkeit, Pragmatismus und Struktur fallen. Die Theorie spielt keine Rolle, wenn die Umsetzung in der Praxis nicht erfolgt. Ideen und Innovationen werden gerne gesehen, müssen allerdings mit harten Fakten, detailgenauen Daten und gründlichen Recherchen untermauert werden. Die deutsche Wirtschaft basiert auf Gründlichkeit und Pünktlichkeit. Sie stellen die Basis der deutschen Unternehmen dar und gelten als der Schlüssel zum Erfolg. Denn durch sie bauen die Deutschen Vertrauen auf und verkörpern den Geschäftspartner, den man seine Projekte überlassen möchte. Alles muss praktisch und von hoher Qualität sein und es wird ständig nach Effizienz gestrebt. 

Kommunikation in Deutschland

Die Kommunikation in Deutschland erfolgt unkompliziert und direkt. Die Diskussionen sind sachlich, es gibt sehr wenig Informalität. Im gleichen Geisteszustand werden Informationen zusammengetragen: Es wird keine Zeit mit der Suche und dem Sammeln von Daten verschwendet. Alles basiert auf Transparenz und es wird mit offenen Karten gespielt. 

Eine solide Arbeitsgrundlage  

Die Arbeitsweise in Deutschland erfolgt chronologisch. Eine Aufgabe muss beendet sein, bevor eine andere begonnen wird. Dies bedeutet, dass die Bearbeitung zeitlich aufeinanderfolgend ist. Um auf einer soliden Grundlage arbeiten zu können, ist die Projektvorbereitung der wichtigste Schritt. Auf diese Weise werden unvorhergesehene Ereignisse begrenzt, und jeder kann seine Aufgaben ohne Probleme erfüllen. Die Entscheidungsfindung erfolgt horizontal, auf der Grundlage von Kompromissen, und es gibt keine speziellen Regeln für das Management.  

Die britische Unternehmenskultur

Die Freiheit der Arbeit 

Die Briten sind in ihrer Arbeit unabhängig. Im Hinblick auf die Autonomie, die sie benötigen, um selbstständig zu funktionieren, ist ein Sinn für Eigeninitiative unerlässlich. Zudem verfügen sie auch über ein sehr gutes Anpassungsvermögen. Diese Eigenschaften sind stellvertretend für die Unternehmenskultur, welche in Irland, England, Schottland und Wales vorherrscht.

Unternehmenskommunikation in Großbritannien

Anliegen werden in Großbritannien schnell und ohne Umschweife hervorgebracht. Man redet nicht um den heißen Brei, sondern kommt schnell und gezielt auf den Punkt. Trotzdem legen die Briten sehr viel Wert auf gute Umgangsformen und Etikette. Sie besitzen einen hohen Stellenwert und haben Einfluss darauf, ob Sie als sympathisch und kompetent angesehen werden. Die Kommunikation in Großbritannien zeichnet sich  oft auch durch die Verwendung von Ironie als eine Form des Humors aus. Somit wird Nähe geschaffen. Die Interaktion mit Führungskräften wird einfach gehalten, um eine schnelle Entscheidungsfindung zu gewährleisten. 

Zwischen Strenge und Entspannung  

Pünktlichkeit ist sehr wichtig, hinter der entspannten Atmosphäre des “Open-Space”-Geländes verbirgt sich eine sehr ausgeprägte Strenge. Produktivität ist ihr Leitmotiv, um die Bürozeiten einzuhalten. Dies ist das Land, das in Europa am meisten arbeitet: im Durchschnitt 36,8 Stunden pro Woche. 

Der Managementstil in Großbritannien ist eher informell, die Hierarchien sind nicht besonders sichtbar. Angestellte werden als Mitarbeiter des Chefs betrachtet. Es gibt einen echten Teamzusammenhalt und die Führung ist informell. Unter Kollegen ist es nicht untypisch Spitznamen füreinander zu verwenden. Schließlich ist der Rang nicht sehr wichtig, es kommt eher auf die Qualität der Arbeit an. 

Unsere Ratschläge für eine gute interkulturelle Kommunikation 

Wenn man in einer ungewohnten Umgebung ankommt, ist es erst mal wichtig zuzuhören. Auf diese Weise können Sie beobachten wie sich Ihre Kollegen verhalten. Wichtig ist es, ohne Vorurteile auf andere zuzugehen, um Verbindungen zu Kollegen herzustellen.  

Es ist notwendig, aufmerksam zu sein und kulturelle Unterschiede zu respektieren. Interkulturelle Differenzen sind, wenn sie richtig eingesetzt werden, von Vorteil. Komplementarität und Aufgabenteilung ermöglichen einen Produktivitätsgewinn. Jeder arbeitet in dem Bereich, in dem er oder sie am besten ist. Im Falle von Meinungsverschiedenheiten ist die Diskussion wichtig, sie führt zu einer multikulturellen Zusammenarbeit, die für alle von Vorteil ist. Am wichtigsten ist es jedoch erst mal die interkulturelle Kommunikation zu verstehen und diese zu fördern.   

Warum Sie auf Smylingua vertrauen sollten 

Smylingua kennt sich mit den kulturellen Unterschieden aus. Wir sind eine Übersetzungsagentur, die bei ihren Übersetzungen auf die veränderten kulturellen Begebenheiten eingeht und sich an die Unternehmenskultur des jeweiligen Landes anpasst. Weiterhin bieten wir Ihnen gerne eine Rundumberatung für Ihre internationale Kommunikationsstrategie an oder betreuen Sie bei Ihrer internationalen Expansion oder einzelnen Übersetzungsprojekten. Wir arbeiten nur mit den besten Übersetzern auf dem Markt zusammen, die sich an unser Unternehmensleitbild halten: Leidenschaft für Sprachen und hohe Qualität der Arbeit.   

Zusätzlich zu unserer Übersetzungsagentur Smylingua bieten wir eine Plattform, den Smylingua Marketplace für schnelle professionelle Übersetzungen an. Auf dieser Plattform können Sie Sie ihre Pressemitteilungen zielsprachengerecht und kostenoptimierend übersetzen lassen.   

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte noch heute per E-Mail: contact@smylingua.com oder telefonisch unter +33 1 76 43 32 76.

 

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